Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES)
ein Institut des Vereins IAT/FES e.V.
 
 
 
Chronik
   

 
 
     
     
Das heutige Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES)
wurde im 01. 03. 1963 in der ehemaligen DDR als Entwicklungsabteilung für Sportgeräte der Forschungsstelle der DHfK (Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport) durch das damalige Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport gegründet.
Ziel war, für die Leistungssportler der DDR individuell angepasste Sportgeräte für Training und Wettkampf von internationalem Niveau zu entwickeln, da die Industrie zu dem Zeitpunkt nicht in der Lage war, solche Sportgeräte herzustellen. Schon damals wurde erkannt, dass es dabei nicht nur um die Entwicklung und Herstellung von Sportgeräten ging, sondern die systematische Betrachtung des Systems Mensch und Material für die Entwicklung von herausragender Bedeutung war.

In den Jahren 1963-1965 begannen die Entwicklungsarbeiten in den Sportarten Rudern, Kanu und Segeln.
Am 01. 03. 1965 wurde dann die Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte in Berlin-Schöneweide gegründet. Erste bemerkenswerte internationale technologische Erfolge bei den im FES entwickelten Sportgeräten waren die Substitution von Holz durch glasfaserverstärkte Kunststoffe und die Einführung der Sandwichwabentechnologie als Leichtbauweise in den Sportarten Rudern, Kanu und Segeln.

In den Jahren 1968-1972 begann im FES die Entwicklung von Einsitzer- und Doppelsitzer-Schlitten. In Sapporo ging 1972 erstmals die Rodel-Nationalmannschaft der DDR mit kompletten Wettkampfgeräten aus dem FES erfolgreich an den Start. In etwa zum gleichen Zeitpunkt, wurde neben der Sportgeräteentwicklung die heute noch zweite tragende Säule, die damalige Mess- und Rechentechnik ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Mess- und Informationstechnologie wurden erstmalig Ruderboote als komplette Messboote ausgerüstet. Im Segeln wurden Messboote in den olympischen Bootsklassen Finn-Dinghy, Flying Dutchmann und später 470er entwickelt. Ein weiteres Highlight in der Messtechnik war der Segelprüfstand in Rabenstein.

Das FES experimentierte in den siebziger Jahren auch in Sportarten wie Tennis, Skilanglauf und Leichtathletik und war federführend in der Anwendung von Elastomeren bei der Herstellung von Judomatten.

Ebenfalls 1970 begann man im FES mit den ersten Entwicklungsarbeiten für den Radsport, in Kooperation mit dem damaligen Kombinat Textimaforschung Malimo im heutigen Chemnitz. Mit dem zunehmenden Einsatz von faserverstärkten Kunststoffen im Radsport wurden die Entwicklungsarbeiten ab 1984 im Hause FES durch das erste selbsttragende Scheibenlaufrad und ab 1987 mit der Entwicklung des ersten carbonfaserverstärkten Fahrradrahmens eigenständig durchgeführt.
1988 wurde die bahnbrechende Entwicklung des Instituts FES durch die olympische Goldmedaille im 100 km Mannschaftszeitfahren Straße gekrönt.

Die damalige, noch bestehende Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte hatte 1988 insgesamt 5 Betriebsstätten, in denen zusammen 180 Mitarbeiter angestellt waren. Durch Initiative des Deutschen Sportbundes, des NOK für Deutschland und des Bundesministerium des Innern wurde das FES nach Artikel 39 Abs. 2, Satz 3 des Einigungsvertrages zwischen beiden deutschen Staaten als erhaltenswürdig eingestuft und somit war die Grundlage für die Übernahme des FES in die Bundesrepublik Deutschland rechtlich geklärt. Damit konnte die ingenieurwissenschaftliche, praxisorientierte und sportartspezifische Entwicklungsarbeit in den angeführten Sportarten erfolgreich weiter geführt werden.

Nach der Wiedervereinigung erfolgte die gesamte Umstrukturierung und Reorganisation des FES, die letztendlich unter federführender Mitwirkung des DSB, des NOK und des Bundesministerium des Innern sowie der Spitzensportverbände zur Gründung des Trägervereins des Instituts FES führte und im Mai 1992 formal abgeschlossen war.

Danach arbeiten bis heute 50 Mitarbeiter im Institut, von denen 25 Mitarbeiter als Ingenieure und Techniker tätig sind, 20 hochqualifizierte Mitarbeiter in den Forschungswerkstätten
eingesetzt sind und 5 Mitarbeiter im inner- und außerbetrieblichen Management agieren.

Aufgrund der hervorragenden Arbeit des Instituts FES begannen 1992 die Entwicklungsaufgaben in der Sportart Bob mit der Entwicklung eines eigenständigen FES-2er-Bobsystems und daran anschließend mit der Entwicklung des FES-4er-Bobsystems.

Ab 1996 erfolgte die Entwicklung von Carbongewehrschäften für die Schützen in der Disziplin ‚Laufende Scheibe‘ und ab dem Jahr 1997 beschäftigte sich das FES zusätzlich zu den in der Entwicklung befindlichen Technologien mit der Sportart Eisschnelllauf. Ab 2001 entwickelt das Institut FES auch in der Sportart Skeleton Wettkampfgeräte und Kufen.

Ab 01. 01. 1997 fusionierten die beiden Vereine